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Historie

Vorwort:

Die Privat-Musikkapelle, im Jahr 1906 gegründet, führte seit dem Jahr 1936 eine Vereinschronik. Durch die Mitarbeit unzähliger Mitbegründer und Mitglieder konnte ein fast lückenloses Protokoll erstellt werden, beginnend mit dem Jahr 1906.

An dieser Stelle soll der langjährige Vorsitzende Josef Mingers zitiert werden, der aus Anlass des 50-jährigen Bestehens im Jahr 1956 folgende Zeilen in die Chronik schrieb:

"Die erste Chronik wurde bereits vor 20 Jahren geschrieben, ging aber durch Kriegseinwirkung 1944 verloren. Diese Chronik konnte jedoch fast wörtlich einem alten, fast zerstörten Buch entnommen werden. Mögen diese Aufzeichnungen der jetzigen, jüngeren und den kommenden Generationen unseres Vereins als Ansporn und festes Band dienen, unseren Verein nicht nur als das zu halten, was er seit 50 Jahren war, sondern ihn noch weiter auszubauen. Unser Verein soll für immer eine Sonderstellung unter den Musikvereinen des Großkreises Geilenkirchen-Heinsberg und der weiteren Umgebung behalten und mit Mut und Kraft den jungen Musikern und den noch zaghaft abseits stehenden zeigen, welche herrlichen Stunden der Freude und des geselligen Beisammenseins unser Verein bietet.

Von diesen Hoffnungen erfüllt, geht die PMS 1906 in das zweite halbe Jahrhundert. Deshalb, liebe Musikfreunde, dient weiter mit Liebe und Ehrgeiz unserer hehren Musik zu unserer Freude und allen Musikfreunden zur Erbauung! Echte Kameradschaft soll stets unser Leitstern sein. Dann sind ernstliche Krisen ausgeschlossen.

Kameradschaft, Treue und Uneigennutz im Verein soll stets euer fester Grundsatz sein."

Scherpenseel, im Januar 1956

gez. Josef Mingers

 

Chronik der Privat-Musikkapelle Scherpenseel 1906 e.V.

 

Die Gründung der Privat-Musikkapelle im Jahr 1906:


Heinrich Peters, Josef Plum, Wilhelm Dremmen und Arnorld Heinen, ehemalige Mitglieder der "Harmonie St. Anna", gründeten im Jahr 1906 einen neuen Musikverein in Scherpenseel. Nachdem noch einige Musiker der "Harmoinie St. Anna" dem neuen Verein beitraten, gab man diesem Verein den Namen "Privat-Musikkapelle Scherpenseel" als Zeichen seiner Unabhängigkeit.

Erster Vorsitzender wurde Josef Plum. Dirigent wurde der Militärmusiker Adolf Näther. Zum Vereinslokal wurde das Lokal Kirschfink bestimmt. (Heute Gaststätte "Harmonie" Moitroux)

1908 wurden auch Streichinstrumente angeschafft. Neuer Dirigent wurde Josef Thomas.

1913 übernahm der Zollbeamte Robertz den Taktstock.

Während der Kriegsjahre 1914–1918 kam der Verein ganz zum Erliegen.

Jedoch am Silvesterabend 1918 konnte ein großes Wiedersehen gefeiert werden. Leider fehlten 2 Mitglieder, die im Krieg ihr Leben lassen mussten.

In der Generalversammlung 1919 übernahm Wilhelm Dremmen den Vorsitz. Das Vereinsleben blühte auf. Auch Dirigent Robertz war wieder dabei. Als dieser nach kurzer Zeit jedoch den Taktstock niederlegte, übernahm Mathias Theves das Dirigentenamt. Einen großen Aufschwung erlebte der Verein, als im Jahre 1921 viele Mitglieder der Musikkapelle "Eintracht" der Privat-Musikkapelle beitraten.

Gleichzeitig trat man der Rurtaler Musikvereinigung bei. Am 05.05.1922 fand in Scherpenseel das erste Verbandsfest statt. Die Kapelle hatte zu dieser Zeit 30 aktive Mitglieder. Die Dirigenten wechselten in dieser Zeit mehrere Male. Nach Mathias Theves folgte der Zollbeamte Böhme, der wiederum von Mathias Theves abgelöst wurde. Danach folgte Hans Hibbeln aus Übach und Max Kornblum. Max Kornblum leitete auch den städtischen Musikverein Kohlscheid sowie das städtische Orchester Herzogenrath.

Der Mitbegründer und Vorsitzende Wilhelm Dremmen wurde am 13. Januar 1929 zum Ehrenvorsitzenden und Heinrich Heinen zum Vorsitzenden gewählt. Jedoch berief man im gleichen Jahr den Ehrenvorsitzenden Dremmen wieder zum Vorsitzenden.

Im Jahr 1929 gab die Kapelle gemeinsam mit der Kohlscheider Kapelle und dem Orchester Herzogenrath ein großes Konzert auf der Burg Herzogenrath.

Musikfeste wurden gefeiert am 25. Mai 1930 zum 25-jährigen und am 19. Mai 1935 zum 30-jährigen Bestehen. Der Dirigent Kornblum wurde von Leo Plum aus Scherpenseel abgelöst.

Im 2. Weltkrieg kam die Vereinsarbeit erneut zum Erliegen.

Nach dem Krieg kehrten die Mitglieder Willi Brand, Martin Mingers, Gebrüder Kirschfink, Wilhelm Dremmen jun., Hermann Heinen und Michael Plum nicht mehr in die Heimat zurück. Sie gaben ihr Leben für das Vaterland.

Der Verein verlor sein gesamtes Inventar.

 

Die Nachkriegschronik (ab 1946):

Nach den sechs schweren Kriegsjahren berief der amtierende Vorsitzende Wilhelm Dremmen am 10.02.1946 die erste Versammlung ein. 11 Mitglieder waren erschienen, die zu Beginn der Verstorbenen und Gefallenen gedachten. Man kann diese Leute um Vorsitzenden Dremmen heute nur bewundern, legten sie doch den Grundstein, um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen und das in einer Zeit, wo das ganze Volk in Armut lebte. Zwei Punkte wurden behandelt: zum einen Kassenbericht und Abrechnung, zum anderen Anschaffung der Instrumente. Es wurde beschlossen, ein Inserat in der Zeitung aufzugeben sowie eine Haussammlung durchzuführen. Die Haussammlung wurde durchgeführt und wurde von der Bevölkerung Scherpenseels sehr begrüßt, wie auf der zweiten Versammlung am 24.03.1946 bekanntgegeben wurde.

In der Zeit vom 10.02.1946 bis 26.12.1946 wurden neun Versammlungen abgehalten. Die Mitgliederzahl war auf 21 angestiegen. Im Jahr 1946 sollte auf Antrag eines Mitgliedes der Name "Privat-Musikkapelle" geändert werden. Er war der Meinung, dass ein Kirchenname diesen Namen ablösen sollte. Dem widersprachen alle anderen Mitglieder, die den Namen mit der 40-jährigen Tradition beibehalten wollten.

Die ersten Proben wurden im Mai abgehalten, so dass man am 25. und 26. August (Kirmes) ein Standkonzert an der Kirche abhalten konnte.

Am 08.09.1946 wurde erstmals nach sechs Jahren wieder ein neuer Vorstand gewählt. Der neue Vorsitzende war wiederum Wilhelm Dremmen, der mit 17 gegen 4 Stimmen gewählt wurde.

Schon im Jahr 1947 sollte ein Neujahrskonzert und Theaterabend stattfinden. Auf der vorbereitenden Versammlung am 26.12.1946 wurde bekanntgegeben, dass die Sitzgelegenheiten (Stühle und Bänke) von der Bevölkerung gestellt werden. Der Eintrittspreis soll 1,85 Reichsmark betragen. Jeder Musiker, der auf der Zeche arbeitet, soll Kohle mitbringen, um für die nötige Wärme im Saal zu sorgen. Zur Aufführung gelangte das Theaterstück "Im Dornenkranz einer Mutter". Da dieser Abend von großem Erfolg gekrönt war, beschloss man auf der Versammlung am 12.01.1947, den selben am 30.03.1947 im Zechensaal Palenberg zu wiederholen. Ebenfalls beschloss man, alleinstehenden Frauen verstorbener, gefallener oder vermisster Mitglieder eine Unterstützung in Höhe von 50 Reichsmark aus der Vereinskasse zu zahlen.

Ebenfalls wurde beschlossen, 2 Tage Karnevalsball abzuhalten. Als Saalmiete übernahm die Kapelle die Kosten für Licht, stellte das Heizmaterial und zahlte dem Wirt 25 Reichsmark.

Der Kassenbestand sollte ferner verbessert werden durch Mitwirkung an Umzügen.

So wurde am 28.04.1947 auf einer extra einberufenen Vorstandsversammlung beschlossen, an einem "Maizug" in Palenberg teilzunehmen, nachdem der Vorstand befunden hatte, dass dieser Umzug "politisch frei sei". Da die Konzerte in Scherpenseel mit Theateraufführungen verbunden wurden, wählte man Gerhard Vahsen zum Regisseur.

Für Neujahr 1948 entschied man sich für das Schauspiel "Gewissensqualen". Damit man zu diesem Schauspiel überhaupt die Textbücher bekam, musste man zuerst Altpapier sammeln und einschicken. Da die Texte zu dem Schauspiel vergriffen waren, wurde sodann das Stück "Unter dem Schutz der Mutter Gottes" bestellt. Dieses Stück wurde am 1. und 4. Januar 1948 aufgeführt.

Wie schwer es die damaligen Musiker um ihren Vorsitzenden hatten,ersieht man auch daraus, dass man dem Wirt für Neujahr 1948 neben der Stromrechnung und den Heizkosten zusätzlich drei Zentner Kohlen als Saalmiete zahlen musste.

Am 11.04.1948 beschloss man einstimmig, bei Kindern von Mitgliedern zur Erstkommunion oder zur Hochzeit ein Ständchen zu bringen. Dieser Beschluss, der in das Protokollbuch aufgenommen wurde, kam erstmals zum Tragen bei dem Brautpaar Köhler-Preuth.

Im Jahr 1948 wurde eine neue Posaune und eine Piccoloflöte angeschafft. Des Weiteren wurde ein Rundgang durch den Ort zur Werbung von Ehren-und inaktiven Mitgliedern beschlossen.

Das Jahr 1949 brachte dem Vorstand und den Musikern viel Arbeit. Es wurde unter anderem beschlossen, neue Instrumente zu kaufen. Aus diesem Anlass wurden von zwei Aachener Firmen Kostenvoranschläge eingeholt.

Am 15.06.1949 wurde Gerd Preuth als Mitglied aufgenommen, der in den folgenden Jahren noch eine große Rolle im Vereinsleben der Kapelle spielen sollte.

Die Kirmes in Scherpenseel vom 20.–23. August 1949 wurde nach einem Vertrag zwischen Musikkapelle und Schützenbruderschaft gemeinsam gestaltet.

Auf der Versammlung am 22.04.1950 wurde über das Musikfest am 25. Juni beraten. Tanzveranstaltungen auf dem Festzelt und im Saal Kirschfink trugen mit dazu bei, dass dieses Fest unter reger Beteiligung der Bevölkerung und vieler befreundeter Vereine wieder ein großer Erfolg war.

Zur Aufbesserung der Kasse wurden an drei Karnevalstagen 1951 wieder Tanzveranstaltungen abgehalten.

Für den 5. Mai 1951 wurde dem Bürgerverein ein Platzkonzert zugesagt.

1951 wurde erstmals mit dem Theaterverein Bardenberg über Feste und Darbietungen auf Gegenseitigkeit verhandelt.

Die Kapelle nahm auch an der Festwoche der Großgemeinde Übach-Palenberg vom 23.– 30.09.1951 teil. Zu den Konzerten anlässlich dieser Festwoche trat die nun schon über 30 Mann starke Kapelle erstmals mit ihrem neuen Dirigenten Gerd Preuth auf.

Der bisherige musikalische Leiter Leo Plum war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, blieb aber weiterhin dem Verein als 1. Klarinettist treu.

Am 06.10.1951 wurde beschlossen, dass gegen einen Jahresbeitrag von DM 10,-- jeder unbescholtene Bürger inaktives Mitglied werden kann. Die Anschaffung von Hüten wurde ebenfalls beschlossen. Am 06.01.1952 wurde ein Ausschuss gebildet, der bei den häufig auftretenden Instrumentenreparaturen die unangenehme Aufgabe hatte festzustellen, inwieweit Selbstverschulden vorlag. Im Falle einer Selbstverschuldung musste das Mitglied die Kosten selbst in voller Höhe tragen.

Am 22.05.1952 (Christi Himmelfahrt) gab die Kapelle auf der Freilichtbühne "Burg Wilhelmstein" in Bardenberg ein Konzert mit nachfolgendem Sommernachtsball. Dieses Konzert verdient besonderer Erwähnung. An diesem Tag stellte die Kapelle sich erstmals mit der neuen Uniform in der Öffentlichkeit vor.

Nach diesem Konzert wurde mit dem Theaterverein "Dram. Vereinigung Bardenberg" folgender Vertrag geschlossen: "Die Musikkapelle spielt aus Anlass des 30jährigen Bestehens dieser Vereinigung am 08.06.1952 den Umzug und ein Konzert auf der Burg Wilhelmstein. Als Gegenleistung gestaltet Dram. Vereinigung den Theaterabend am Neujahrstag in Scherpenseel voll und ganz in eigener Regie."

In der Versammlung vom 06.07.1952 wurde dem Verein vom Vorstand eine Verpflichtungserklärung vorgelegt, die von allen Mitgliedern ausnahmslos unterschrieben wurde. Diese Erklärung beinhaltet:

Wenn der Verein wegen der neuen Uniformen in Zahlungsschwierigkeiten kommt, bürgt jedes Mitglied mit einem Betrag von DM 50,--. Ebenfalls zahlt jedes Mitglied, welches den Verein böswillig verlässt, DM 50,--.

Einstimmig angenommen wurde auch ein Antrag des Vorstandes, jedes Mitglied mit einer Geldstrafe zu belegen, welches unentschuldigt einer Veranstaltung fernbleibt. Diese Strafe richtet sich prozentual nach der noch verbleibenden Restschuld der Uniformen. - Wären diese Abmachungen in der heutigen Zeit noch möglich?

Am 04.01.1953 wurde beschlossen, eine in Leder gebundene Vereinschronik anzuschaffen, welche heute noch geführt wird. Des Weiteren wurde über die Anschaffung einer Standarte beraten.

Am 13.11.1953 kaufte die Kapelle vom Bürgerverein Palenberg 13 Blasinstrumente zum Preis von DM 1.400,--. Dieser Betrag wurde in drei Jahresraten bezahlt.

1954 brachte dem Vorstand und allen Mitgliedern viel Arbeit. Nennenswerte Ereignisse waren aber nicht zu verzeichnen.

In der Versammlung am 02.01.1955 wurden die vom Vorsitzenden Josef Mingers neu überarbeiteten Statuten den Mitgliedern vorgelesen und ausführlich erklärt. Dieselben wurden dann von jedem einzelnen unterschrieben. Erstmals wurde in dieser Versammlung eine Vorstandwahl nach den Bestimmungen der neuen Statuten durchgeführt.

Karneval 1955 spielte die Kapelle im Rosenmontagszug in Aachen.

Am 04.12.1955 waren zum ersten Mal die Frauen der Mitglieder zu einer Versammlung eingeladen. Zweck dieser Aktion waren die Vorbereitungen zum Musikfest 1956 aus Anlass des 50jährigen Bestehens. Jede Frau verpflichtete sich hierbei, ca. 100 Papierrosen zu machen. Diese wurden zum Schmücken der Hauseingänge bei den Jubilaren und zur Verschönerung des Festzeltes verwandt.

Das Musikfest wurde am 28. Juni 1956 mit einem Heimatabend eröffnet. Mitwirkende waren:

Die Werkskapelle der Grube Adolf, Kirchenchor Scherpenseel, Mandolinenorchester Birgden und das Harmonika-Trio Hans Werner.

360 ehemalige Scherpenseeler wurden zu diesem Heimatabend eingeladen, um mit der Musikkapelle und mit früheren Freunden und Bekannten zu feiern. An diesem Abend übergaben die Frauen der Mitglieder dem Verein einen von ihnen gestifteten Fahnenwimpel.

Die Generalversammlung am 06.01.1957 zeigte, wie streng man früher einen Verein führte. Da ein Vorstandsmitglied nicht an der Messe am Neujahrstag teilnahm, wurde es aus dem Vorstand ausgeschlossen. Begründung: Der Vorstand muss mit gutem Beispiel vorangehen.

1957 nahm der Verein zum ersten Mal am Kölner Rosenmontagszug teil. Es wurde in 2 Gruppen a 16 Musiker gespielt: 1. Gruppe " Gärtner'', 2. Gruppe " Pfeffer und Salz".

Am 19.05.1957 trafen sich in Scherpenseel die Vorstände der Musikvereine Groenstraat, Karken, Lövenich und Scherpenseel zwecks Gründung einer Interessengemeinschaft deutsch-niederländischer Musikvereine.

Am 27.05.1957 nahm die Kapelle an einem Musikwettstreit in Karken teil. Nach intensiven Proben errang der Verein einen 1. Preis in der 1. Klasse. Gespielt wurde die Ouvertüre "Die schöne Galathe" und der Walzer " Traumideale".

1958, 1959 und 1960 waren Jahre ohne nennenswerte Höhen und Tiefen.

1961 wurde aus Anlass des 55jährigen Bestehens wieder ein Musikfest gefeiert.

Ein fester Bestandteil im Vereinsleben wurde ab 1962 die regelmäßige Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln. In mehr als 30 Jahren spielte die Kapelle für namhafte Karnevalsgesellschaften wie "Große Kölner", "Nippeser Bürgerwehr", "Mülheimer Fischerjungen", "Prinzengarde" und in den letzten Jahren für die "Ehrengarde der Stadt Köln" sowie für die "Lyskircher Jonge" und viele andere.

Auf der Vorstandssitzung am 11.09.1963 wurde beschlossen, die zur Uniform gehörenden Hüte durch Mützen zu ersetzen, die Neujahr 1964 erstmals getragen wurden.

Am 01.01.1964 trat die Privat-Musikkapelle dem Deutschen Volksmusikerbund bei (Bezirk Aachen-Nordrhein).

Am 26.04.1964 nahm die Kapelle an einem Wertungsspiel des Deutschen Volksmusikerbundes in Köln-Kalk teil. Zur Aufführung gelangte "Orpheus in der Unterwelt" von J. Offenbach.

In Anbetracht des 60jährigen Bestehens im Jahr 1966 wurden 1965 schon viele Musikfeste in der näheren und weiteren Umgebung besucht. In dieser Zeit wurden die Mitglieder stark strapaziert.

Zu diesem Musikfest vom 17.–19. Juli wurden ca. 60 Vereine eingeladen, wovon 36 ihre Teilnahme zusagten. Zu diesen Vereinen zählte auch die Musikkapelle "Harmonie Oberkirchen" aus dem Saarland. Diese Musiker wurden mit ihren Frauen in Scherpenseel bei den Mitgliedern der Privat-Musikkapelle privat untergebracht.

Die Frauen und Bräute der Mitglieder schenkten dem Verein ein Flügelhorn. Die Rheinischen Baustoffwerke und das Betonwerk Willi Theves schenkten der Kapelle eine neue Lyra.

Unter den Jubilaren des Festes befand sich noch ein Mitbegründer:

Arnold Heinen.

Das Fest war ein großer Erfolg.

Im August 1967 fand in Scherpenseel ein großer historischer Umzug statt. Anlass war die 1100-Jahrfeier von Übach-Palenberg. Die Kapelle nahm an diesem Umzug teil. Um die wechselvolle Geschichte des Vereins zu demonstrieren, spielten die Mitglieder teils in zivil, teils in alten, älteren und neuen Uniformen.

Am 22.09.1967 spielte die Kapelle vor dem Rathaus in Übach. An diesem Tag bekam die Stadt Übach-Palenberg die Stadtrechte verliehen. Mit Schreiben vom 27.09.1967 bedankte sich der damalige Stadtdirektor Wischinski bei der Privat-Musikkapelle, da sie mit ihrem Platzkonzert zum guten Gelingen der Feierlichkeiten beigetragen hatte.

Vom 30.09. - 02.10.1967 machte der Verein seinen Gegenbesuch bei der "Harmonie Oberkirchen" im Saarland. Zwei Busse mit insgesamt 90 Personen nahmen an dieser Fahrt teil. Ein großes Konzert war für den ersten Abend angesagt. Ältere und erfahrene Mitglieder unserer Kapelle waren der Meinung, dass wir eines der besten Konzerte seit Bestehen unseres Vereins gegeben hatten. Presseberichte und Kommentare aus der Bevölkerung Oberkirchens bestätigten diese Aussagen.

Der zweite Tag begann mit einem Kirchgang und anschließendem Platzkonzert. Abends trafen sich die Mitglieder beider Kapellen mit ihren Angehörigen zu einem Kameradschafts- und Abschlussabend. Am dritten Tag war die Rückreise mit einem mehrstündigen Aufenthalt in Trier angesagt. Zu erwähnen bleibt die Tatsache, dass die Mitglieder der Privat-Musikkapelle für diese 3 Tage Uniformzwang hatten.

Nach dem schwachen Protest einiger Mitglieder war die lakonische Antwort eines Vorstandsmitgliedes: Nachts dürft ihr den Schlafanzug anziehen.

Seit eh und je wurde am 01. Januar das Stiftungsfest der Kapelle mit einem Neujahrskonzert gefeiert. Die Einnahmen an diesem Tag waren immer arg dürftig. Die Frage stellte sich - Warum blieben unsere Freunde und Gönner der Veranstaltung fern? Lag es daran, dass viele noch Kopfschmerzen von Silvester hatten?

Versuchshalber wurde das Neujahrskonzert 1968 auf den 30.12.1967 vorverlegt. Dieser Versuch scheiterte ebenfalls, was durch den geringen Besuch erneut bewiesen wurde.

In der Generalversammlung am 21.01.1968 wurde über das Thema Neujahrskonzert ausgiebig beraten und diskutiert. Die Mehrheit wollte die Konzerte am Neujahrstag abschaffen. Man beschloss also, künftig diese Veranstaltung am ersten Samstag nach dem 1. Januar zu halten.

Um auch in anderen Stadtteilen von Übach-Palenberg Konzerte abhalten zu können, stellte man mit Datum vom 05.02.1968 einen Antrag an die Stadt, die Turnhalle in Frelenberg zu diesem Zweck zu benutzen. Der Reinerlös sollte der Anschaffung neuer Instrumente dienen. Dieser Antrag wurde mit Schreiben vom 14.03.1968 abgelehnt. Begründung: Die Turnhalle dient nur sportlichen und schulischen Zwecken.

Seit dem Jahr 1968 führt die Kapelle ein Totenbuch. In diesem Buch wird aller verstorbenen und gefallenen Mitglieder gedacht.

1969 wurde das Neujahrskonzert erstmals am Samstag nach Neujahr gehalten, wie auf der Versammlung vom 21.01.1968 beschlossen. Durch Handzettel, die an alle Haushalte von Scherpenseel, Siepenbusch und Windhausen verteilt wurden, machte man die Bevölkerung darauf aufmerksam, dass das Konzert am 04.01.1969 gehalten wird. 14 Tage nach Verteilung der Handzettel besuchten dann Mitglieder die Familien der 3 Ortschaften, um Eintrittskarten im Vorverkauf anzubieten. Der Erfolg dieser Aktion war sehr groß. Die Einnahmen erbrachten das 4-fache der vergangenen Jahre.


Im Rahmen des Kulturprogrammes der Stadt Übach-Palenberg gab die Kapelle am 27.04.1969 ein Konzert in der Stadthalle in Übach.

Am 28. und 29.06.1969 ging die Kapelle auf große Fahrt. Ausflug war angesagt. 72 Personen nahmen an dieser Fahrt teil. Mit dem Schiff ging es von Boppard nach Bingen, wo die Quartiere verteilt wurden. Nach einem abendlichen und nächtlichen Besuch in Rüdesheim fuhren die Mitglieder dann mit der letzten überfüllten Fähre nach Bingen zurück. Durch Schunkeln und Tanzen aller Fahrgäste hatte der Kapitän große Schwierigkeiten, das Schiff unter Kontrolle zu bringen, um an der Anlegestelle festzumachen, was ihm nach einem kräftigen Donnerwetter der Besatzung gelang.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem nochmalige Besuch in Rüdesheim wurde nach Mittag die Heimreise angetreten. Sie wurde in Gemünd unterbrochen, wo ein großer Kameradschaftsabend gehalten wurde.

Am 25.09.1969 fuhr eine Abordnung des Vorstandes nach Köln, um vor Ort mit dem damaligen Zugleiters des Rosenmontagszuges Peter Schuhmacher zu verhandeln. Die Argumente des "Festkomitees Kölner Karneval", wegen der Kürze der Karnevalssession das Honorar zu kürzen war nicht in unserem Sinne. Dieser Besuch war von Erfolg gekrönt. Statt Kürzung konnte die Gage gehalten und in den folgenden Jahren erhöht werden.

Am 22.10.1969 wurden erstmals 2 Kesselpauken angeschafft.

Im Mai 1970 spielte die Kapelle wiederum in der Stadthalle Übach im Rahmen des Kulturprogrammes. In schöner Erinnerung bleibt uns der Besuch des Nato-Musikfestes in Mönchengladbach mit anschließendem Essen in der Lüttelforster Mühle. Wie in der Kapelle heute noch üblich, fanden einige Mitglieder es nicht für nötig, sich trotz vorheriger Zusage für diese Fahrt abzumelden. Zum Glück konnten die im Vorverkauf besorgten, übriggebliebenen Karten in einer Blitzaktion vor dem Stadion am Böckelberg verkauft werden, so dass dem Verein kein finanzieller Schaden entstand.

Am 25.04.1971 trat die Kapelle ein weiteres Mal im Rahmen des Kulturprogrammes der Stadt in der Stadthalle Übach auf.

Am 19. und 20. Juni 1971 machte der Verein seinen Ausflug nach Bernkastei-Kues.

Mit einem Schreiben vom 26.08.1971 überließ die ehemalige Vereinswirtin Frau Kirschfink der Kapelle noch vorhandenes Inventar vom alten Saal (Tische, Stühle, Bänke) mit der Bemerkung: Wenn ich mal sterbe, kauft mir einen Kranz und lasst mir eine Messe lesen. Ihrem Wunsch wurde entsprochen.

1972 verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Am 14.04.1973 trat die Kapelle wieder im Rahmen des Kulturprogrammes in der Stadthalle auf.

Seit 1973 erhob der Verein keinen festen Eintritt mehr zu den Neujahrs- und Frühjahrskonzerten im Vereinslokal. Freiwillige Spenden brachten erhebliche Mehreinnahmen, die dem Verein zugute kamen, da die Preise für Instrumentenneukauf und Reparaturen gestiegen waren.

Am 09.06.1974 wurde die Kapelle erstmals zu einem Konzert der Stadt Aachen am Elisenbrunnen verpflichtet.

Für den 14. und 15. Juni 1975 wurde vom Vorstand eine 2-tägige Fahrt zur Weltstadt Paris organisiert. Diese Fahrt konnte anhand guter Einnahmen in den Jahren zuvor gestartet werden. Sie diente als Dank an alle Mitglieder für ihre Vereinstreue und ihre Beteiligung an allen vertraglichen Verpflichtungen. An dieser Fahrt nahmen 97 Personen teil.

Einen wahren Rekord hatte die Nikolausfeier vom 07.12.1975 zu verzeichnen. An diesem Tag wurden Kinder von 21 Nichtmitgliedern und 80 Kinder oder Enkelkinder von Mitgliedern beschenkt.

Auf der Hauptversammlung vom 25.01.1976 stellte Gerhard Preuth den Antrag, das Wahlalter im Verein von 16 auf 15 Jahre herabzusetzen. Da 2/3 der Anwesenden mit ja stimmten, wurde seinem Wunsch entsprochen. Die Entscheidung wurde in das Protokoll aufgenommen und die Satzung entsprechend geändert.

Beim Frühjahrskonzert am 03. April 1976 wurden wie immer Programmzettel an die Gäste verteilt. Der Wunsch der Kapelle war, jeder Gast sollte die 3 Stücke ankreuzen, die ihm persönlich am besten gefallen hatten. Die Zettel wurden nach dem Konzert eingesammelt und ausgewertet. Diese Meinungsumfrage diente in den folgenden Jahren dem Dirigenten als Anhaltspunkt bei der Zusammenstellung neuer Konzertprogramme.

Vom 19.-20. Juni 1976 wurde ein kleines Musikfest aus Anlass des 70jährigen Bestehens gefeiert. Der Abschlussabend wurde beeinträchtigt durch das Endspiel um die Fußball-Europameisterschaft.

Aus Anlass des 125-jährigen Bestehens der "Jungenspiele Nassau" nahm die Kapelle am 04.07.1976 an einem mehr als dreistündigen Umzug in Broichweiden teil.

Am 18. und 19. Juni 1977 wurde ein Ausflug nach Heidelberg gemacht mit Besichtigung des Frankfurter Flughafens und einem Besuch im Schlosspark Schwetzingen.

Im Mai 1978 besuchten wir das Kreismusikfest in Übach. Beim Wertungsspiel vor Wertungsrichtern des Deutschen Volksmusikerbundes wurde dieses Musikfest für uns ein großer Erfolg.

Am 28.10.1978 trafen sich der Kirchenchor Scherpenseel und die Privat-Musikkapelle zu einem Gemeinschaftskonzert im Saal Küppers. Dieses Konzert fand großen Anklang bei den anwesenden Gästen.

Auf einer Vorstandsversammlung am 16.02.1979 wurde erstmals über das Musikfest 1981 gesprochen. Es wurde beschlossen, ein Organisationsgremium zu bilden.

Das Kurkonzert am 31.05.1980 im Kurpark Monheimsallee Aachen war Auftakt zu den alljährlich wiederkehrenden Verpflichtungen kultureller Veranstaltungen der Stadt Aachen.

Das Musikfest vom 18. - 20.07.1981 aus Anlass des 75jährigen Bestehens auf dem Festzelt war ein großer Erfolg. In guter Erinnerung bleibt den meisten Mitgliedern wohl der Frühschoppen vom 20.07.1981 10.30 Uhr bis 21.07.1981 01.00 Uhr.

Am 06.09.1981 gab es wiederum ein Kurkonzert am Quellenhof in Aachen.

Vom 17.10. bis zum 25.10.1981 fuhr die Kapelle zum Freundschaftsfestival zwischen dem Kreis Heinsberg und dem Midlothian District nach Schottland. 30 Musiker nahmen an dieser Fahrt teil. Die Busfahrt bis Rotterdam, die 13stündige Schiffsreise entlang der englischen Küste bis Hull und die anschließende Busreise bis Edinburgh über York mit Zwischenstop in Hartlepool bleibt den Musikern sicher in guter Erinnerung. Gastgeber im Midlothian District war die Dalkeith-Burghband.

Unser Verein war zuerst in einem Jugendcamp untergebracht. Dieses Camp erwies sich aber für Erwachsene als ziemlich ungeeignet, sodass wir dann in das Royal-British-Hotel auf der Hauptstraße in Edinburgh umquartiert wurden.

Neben 3 Konzerten standen auch die Besichtigung der Stadt und der Burg sowie der Besuch einer Papierfabrik auf dem Programm. Die nähere und weitere Umgebung von Edinburgh lernten wir ebenfalls kennen. Nach einem morgendlichen Besuch in einer Whisky-Brennerei und einem nachmittäglichen Rundgang durch eine Whisky-Mischanlage mit jeweiliger Whisky-Probe war abends das Konzert nicht gerade gut, worauf auch der Gesichtsausdruck unseres Dirigenten Gerd Preuth schließen ließ.

Da die Frauen nicht mit nach Schottland fahren konnten, kam es zu folgendem Vorstandsversammlungsbeschluss: zu Ehren der Frauen fahren wir am 16.01.1982 zur Eisrevue nach Köln mit anschließendem Essen bei Moitroux. (auch Musiker können kleine Brötchen backen).

Speziell mit Bildern und Dias der Schottlandreise wurde am 06.03.1982 ein Film- und Diaabend bei Fassbier und Brötchen gehalten.

Pfingsten 1982 war ein Kirchgang mit anschließendem Konzert in der Stadthalle Geilenkirchen angesagt.

Kurkonzerte in Aachen waren am 14.03.1982 in der Kurparkterasse Aachen-Burtscheid und am 02.05.1982 in der Monheimsallee.

Zu einem Konzert besuchten wir am 27.06.1982 wie schon öfters unsere Freunde von der Koninklijke Fanfare Eendracht Waubach.

Ab September 1983 übernahm Günter Preuth nach bestandener Dirigentenprüfung den Taktstock der Privat-Musikkapelle. Sein Vater musste nach mehr als 30-jähriger Dirigententätigkeit aus Gesundheitsgründen zurücktreten, spielte aber noch des Öfteren noch als Posaunist im Orchester mit. Des Weiteren vertrat er seinen Sohn, wenn dieser verhindert war.

Vom 15.10.1983 bis zum 22.10.1983 machte die Dalkeith-Burghband aus Schottland ihren Gegenbesuch in Scherpenseel. Die Musikerinnen und Musiker dieser Band waren bei den Mitgliedern der Privat-Musikkapelle privat untergebracht. Die Burghband fand Anklang bei der Bevölkerung im Kreis Heinsberg und besonders in Scherpenseel, nicht zuletzt an Hand ihrer hervorragenden Musik. Man schloss Freundschaft mit dieser Band. Und das fast jeden Abend bis in die Nacht. An Schlaf war in dieser Zeit nicht zu denken, aber schön war es doch.

Vom 23.06. bis 24.06.1984 wurde erstmals ein Sommerfest veranstaltet. Dieses Sommerfest wurde auf dem Schulhof in Scherpenseel unter dem Namen "Wiesenfest" gehalten.

Am 09.03.1985 trat die Privat-Musikkapelle im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Anton-Heinen-Volkshochschule Heinsberg im PZ Übach auf. Der Startrompeter John Quadflieg aus den Niederlanden war Gast bei diesem Konzert und wurde bei 2 Stücken von uns begleitet ("Die Post im Walde" und "Der alte Dessauer").

 

Am 01.05.1985 feierte die Stadt Übach-Palenberg ihr 50-jähriges Bestehen. Die Privat-Musikkapelle spielte zu diesem Anlass ein Platzkonzert an der St. Petruskapelle.

Ende 1985 gab es einen weiteren Höhepunkt im Vereinsleben zu verzeichnen. In der Sendung "Einen schönen guten Morgen aus Köln" waren wir live im WDR2 zu hören. Diese Sendung wurde vom Rathausplatz Übach aus aufgenommen und gesendet.

Beim Neujahrskonzert am 04.01.1986 wurde Gerd Preuth zum Ehrendirigent ernannt. Der Deutsche Volksmusikerbund ehrte ihn mit der Bundesfördermedaille in Gold.

Nach dem großen Erfolg im Pädagogischen Zentrum im März 1985 mit der Volkshochschule Heinsberg, wurde am 26.04.1986 ein Konzert an gleicher Stelle gehalten. Während dieser Veranstaltung, die in eigener Regie durchgeführt wurde und als Auftakt zum 80jährigen Bestehen der Kapelle diente, wurde dem Ehrendirigenten Gerd Preuth wegen seiner Verdienste die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Diese Ehrung nahm der damalige Landrat Herr Karl Eßer vor.

Organisiert von der Stadt Übach-Palenberg fuhr die Kapelle am 28.05.1986 nach Scherpenseel in Friesland. In der Stadt mit dem fast gleichen Namen wie unser Heimatort, nahmen wir an einem Umzug mit Konzert teil.

 

PZ Konzert 1988

Am 19.03.1988 war wieder ein Konzert im PZ angesagt. Am 24.04.1988 wurde die Musikkapelle in das Vereinsregister des Amtsgerichts Geilenkirchen eingetragen. Ihr offizieller Name lautet jetzt "Privat-Musikkapelle Scherpenseel 06 e.V.". Ebenfalls wurde dem Verein die Gemeinnützigkeit anerkannt.

Das Jahr 1989 wurde mit 25 Veranstaltungen und ca. 40 Probentagen abgeschlossen.

Das Konzert im Pädagogischen Zentrum am 31.01.1990 wurde mitgestaltet von der neugegründeten Bigband, die auf der Generalversammlung vom 10.06.1990 als eine neue Abteilung in die Privat-Musikkapelle aufgenommen wurde.

Positiv wurde die erneute Fahrt am 11. und 12. August 1990 nach Paris aufgenommen.

Mit Datum vom 01.01.1991 werden auch Mädchen und Frauen in den Verein aufgenommen.

Einmalig in der Vereinsgeschichte war auch eine Werbeveranstaltung für Kochtöpfe am 22.09.1992 im Vereinslokal. An diesem Abend konnte der Kassierer ein gutes Honorar für die Vereinskasse verbuchen.

Am 18.09.1993 wurde eine Tagesfahrt nach Brügge (Belgien) unternommen.

Beim PZ-Konzert am 12.03.1994 wirkte ein Orchester und eine Sängerin aus Frankfurt mit. Diese Gruppe (6 Personen) fand großen Anklang beim Publikum und lockerte das Programm erheblich auf.

Im November 1994 übernahmen wir kurzfristig, auf Bitte des Volksmusikerbundes, die Ausrichtung eines der Konzerte des Musikvereins Vetschau (Land Brandenburg). Dieses Konzert fand am 20.11.1994 in der Eingangshalle der Musikschule Übach-Palenberg statt und wurde, trotz kurzfristiger Planung, ein voller Erfolg. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich auch Stadtdirektor und Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg. Mit dem Musikverein Vetschau fand sich aber auch etwas, wonach wir seit längerem gesucht hatten: Ein Partnerverein im deutschsprachigen Raum, mit Musikern, die auf unserer "Wellenlänge" liegen.

Die spontane Sympathie drückte sich z.B. auch in der Einladung der Vetschauer zu ihrem Konzert am 10.12.1994 in Vetschau aus. Dieser Einladung folgten vom 10.–11.12.1994 sechs Musiker. Sie kamen mit sehr positiven Eindrücken zurück, sowohl was Menschen, Spreewald (und Spreewaldlikör) anging.

Zu unserem PZ-Konzert 1996 machten einige Vetschauer wieder einen Gegenbesuch in Übach-Palenberg.

 

Seit 1994 stehen im Vereinsleben der Kapelle die Vorbereitungen zum Fest des 90jährigen Bestehens im Jahr 1996 an erster Stelle. Ein Gremium wurde gebildet, das für die Durchführung dieser Festlichkeit verantwortlich ist. Viele Proben und Veranstaltungen standen 1994 und 1995 auf dem Programm, die trotz Planungen für 1996 noch bewältigt werden mussten. Aber auch eine Planwagenfahrt durch den Hunsrück, auf den Spuren des Räuber-Hauptmannes "Schinder-Hannes" wurde 1995 noch durchgeführt.

 

Das Jubiläumsjahr begann mit dem traditionellen Neujahrskonzert im Vereinslokal in Scherpenseel. Dann folgte das Konzert am 09.03.1996 in der wiederum restlos ausverkauften Aula des Pädagogischen Zentrums in Übach. Eine Sängerin, begleitet von der Bigband der P.M.S. und Kinder unserer Jugendgruppe waren mit von der Partie. Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass bei diesem Konzert das Emblem (siehe Chronik-Vorderseite) vorgestellt wurde, welches jedes Mitglied jetzt an seiner Uniform trägt.

 

Dirigenten seit Bestehen der Privat-Musikkapelle Scherpenseel waren die Herren:

 

Näther, Adolf

Thomas, Josef

Roberts

Theves, Mathias

Böhmke

Hibbeln, Hans

Kornblum, Max

Plum, Leo

Preuth, Gerhard

Preuth, Günter

 

 

Vorsitzende seit Bestehen der Privat-Musikkapelle Scherpenseel waren die Herren:

 

Plum, Josef

Dremmen, Wilhelm

Heinen, Heinrich

Peters, Josef

Mingers, Josef

Plum, Josef

Zantis, Günter

Kochs, Gerhard

Preuth, Norbert

Barwinski, Bernhard

   
© Privat-Musikkapelle Scherpenseel 1906 e.V.